Braind Drain – Den Verlust einer Generation von Nachhaltigkeitsexperten verhindern

Kürzungen bei Umweltprogrammen im Hochschulbereich bergen Risiken für die künftigen Arbeitskräfte.

Zentrale Erkenntnisse:

  • Da Hochschulen mit wirtschaftlichem und politischem Druck zu kämpfen haben, dürften kurzfristige Kürzungen bei Nachhaltigkeitsprogrammen langfristige Auswirkungen haben.
  • Die Branche kann sich diese kurzsichtigen Kürzungen nicht leisten, da sie damit den Verlust einer ganzen Generation von Talenten riskiert und einen „Brain Drain“ verursacht – und das gerade jetzt, wo die Welt Fachkräfte für Nachhaltigkeit am dringendsten benötigt.
  • Wenn Hochschulen und Wirtschaft weiterhin investieren und eine langfristige Perspektive einnehmen, wird die Fachkraft für Nachhaltigkeit gut gerüstet sein, und die Hochschulen können ihren Ruf als Impulsgeber für die nächste Generation bewahren.

Die aktuelle Lage für Fachkräfte im Bereich Nachhaltigkeit befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel: Nach Jahren des Wachstums folgt nun eine Phase des Abbaus. In einigen Fällen verkleinern oder reorganisieren Unternehmen ihre Teams, und akademische Einrichtungen ziehen nach, indem sie Studiengänge streichen oder ihre Nachhaltigkeitsinitiativen zurückfahren. Doch angesichts der sich verschärfenden Klimakrise und der eskalierenden geopolitischen Energiekrise ist es unerlässlich, die Auswirkungen zu bedenken, die diese Veränderungen auf unsere künftigen Arbeitskräfte haben könnten.

Ein heikles Umfeld für die Hochschulbildung

In den letzten Jahren hat die Trump-Regierung die Mittel für Hochschulen und Universitäten gekürzt und über 4.000 Förderungen für mehr als 600 Einrichtungen gestrichen, darunter viele von der EPA finanzierte Initiativen im Hochschulbereich.

Angesichts wachsenden politischen Drucks und knapper Haushaltsmittel haben einige Hochschulen und Universitäten ihre Nachhaltigkeitsbüros geschlossen, wie beispielsweise die University of Florida, die ihr Büro nach zwei Jahrzehnten unter Verweis auf eine Kürzung des Verwaltungsbudgets um 5 Prozent auflöste. In ähnlicher Weise hat die Nachhaltigkeitsabteilung des Boston College in diesem Jahr den Neueinstellungsstopp verhängt. (Es sei darauf hingewiesen, dass Nachhaltigkeitsbüros in erster Linie für die Umsetzung der Klimaziele einer Einrichtung zuständig sind und nicht immer Einfluss auf die akademischen Lehrangebote haben.)

Andere Hochschulen hingegen haben aufgrund von Finanzengpässen auf Bundes- und Landesebene direkt bei den akademischen Programmen gekürzt. So musste beispielsweise die Washington State University erhebliche Kürzungen bei ihrer Forschung im Bereich saubere Energien hinnehmen. Auch das SUNY College of Environmental Science and Forestry, eine der führenden Hochschulen für Umweltwissenschaften, baut Stellen ab und streicht Fördermittel für Doktoranden, was bei Studierenden und Mitarbeitern auf breite Kritik gestoßen ist.

Diese Beispiele zeigen, dass die Hochschulen unter wirtschaftlichem und politischem Druck stehen, anderen, umsatzstärkeren Studiengängen wie Informatik oder Finanzwesen Vorrang einzuräumen, was sie daran hindert, Nachhaltigkeit als Kernfach zu etablieren, und sich auf die nächste Generation von Arbeitskräften auswirkt.

Die Fachkräfte der Zukunft im Bereich Nachhaltigkeit

Die Daten zeigen, dass diese Kürzungen den beruflichen Interessen der Studierenden nicht dienlich sind, da mehr als die Hälfte der Generation Z angibt, ein gesteigertes Interesse an Berufen zu haben, die mit ökologischen Werten im Einklang stehen. Darüber hinaus sind diese Kompetenzen in der heutigen Arbeitswelt gefragt. Der „LinkedIn Green Skills Report“ hat ergeben, dass im Jahr 2025 die Zahl der Neueinstellungen in der grünen Wirtschaft die Zahl der Qualifizierungen übersteigt.

Dies führt zu einem potenziellen „Brain Drain“, obwohl die Welt Fachkräfte im Bereich Nachhaltigkeit heute mehr denn je braucht. In diesem Bewusstsein können Hochschulen und unsere Branche die zukünftigen Arbeitskräfte schützen, indem sie:

  • Setzen Sie auf eine langfristige Strategie: Kürzungen bei den Mitteln für die Hochschulbildung führen letztendlich dazu, dass genau den Menschen die Mittel entzogen werden, auf die wir setzen, um die Zukunft zu gestalten. Wenn Studierende heute nicht über die Ressourcen verfügen, um unsere Klimaprobleme zu verstehen und zu bewältigen, werden sie später nicht in der Lage sein, diese entscheidenden Herausforderungen zu lösen. Da Nachhaltigkeit längst kein Nischenthema mehr ist, sollten Hochschuleinrichtungen ihr Engagement für Nachhaltigkeitslehrpläne und die anhaltende Nachfrage seitens der Studierenden bekräftigen.
  • Nutzen Sie die Vorteile einer konsequenten Ausrichtung: Die Arizona State University (ASU) ist ein klares Beispiel für eine Hochschule, die sich der Nachhaltigkeit verschrieben hat und dadurch einen wertvollen Gewinn erzielt hat. Sie hat die erste umfassende Fakultät für Nachhaltigkeit des Landes gegründet und gilt heute – sowohl in Rankings als auch in finanzieller Hinsicht – als Vorreiterin in der Nachhaltigkeitsausbildung und -forschung; sie erhält großzügige Spenden, um ihr Wachstum fortzusetzen.
  • Nachhaltigkeit in den Kernlehrplan integrieren: Auch wenn es unrealistisch ist, dass sich alle Hochschulen auf Nachhaltigkeitsprogramme spezialisieren, würden Hochschulen und Universitäten ihren Studierenden helfen, indem sie grundlegendes Wissen über Nachhaltigkeit in ihren Kernlehrplan integrieren, um sie auf die Anforderungen des heutigen Arbeitsmarktes vorzubereiten. Die Cornell University beispielsweise verlangt von allen Studienanfängern, dass sie einen Kurs zur Vermittlung von Nachhaltigkeitskompetenz belegen.
  • Den Unterricht besser auf die Anforderungen der Praxis abstimmen: Was im Unterricht geschätzt wird, muss auch die Werte der heutigen Arbeitswelt widerspiegeln. Die University of New Hampshire verfügt beispielsweise über ein Programm für Unternehmenspartnerschaften, das es Studierenden ermöglicht, Nachhaltigkeitsprojekte und -ziele lokaler Unternehmen wie ReVision Energy, Wyman’s und Tom’s of Maine direkt zu unterstützen. Darüber hinaus müssen Studierende an der Dartmouth Tuck School of Business an einem „First Year Project“ in Zusammenarbeit mit einem Unternehmenskunden teilnehmen, wobei diese Projekte zunehmend einen ESG-Schwerpunkt haben. Diese Beispiele schaffen direkte Wege für studentische Forschung und berufliche Ausbildung für die nächste Generation von Führungskräften im Bereich Nachhaltigkeit.

The future of sustainability has two ways it can go. It can bow down to political pressures or take the long view and value sustainability as foundational, like math or writing. The sustainability workforce doesn’t have to weaken but sustaining it will require institutional commitment to sustainability and faith that our current political climate will change.


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