
Die Nachhaltigkeitsberichterstattung befindet sich im Wandel. Was lange als regulatorisches Pflichtprogramm wahrgenommen wurde, entwickelt sich zunehmend zu einem zentralen Steuerungsinstrument für Unternehmen. Neue Vorgaben wie die ESRS verändern nicht nur den Umfang der Berichterstattung, sondern sie verändern ihren strategischen Stellenwert.
Für den neusten Podcast Berichtenswert machen die Publishing-Agentur Linkgroup und Sustainserv gemeinsame Sache. Gemeinsam diskutieren Expert:innen von Sustainserv und Linkgroup mit spannenden Gästen, wie Unternehmen die ESG-Berichterstattung heute sinnvoll nutzen können. Und zwar nicht nur als reine Pflichterfüllung, sondern als echten Mehrwert für Strategie und Zukunftsfähigkeit.
In der ersten Folge spricht Irene Wrabel, Kommunikationsberaterin bei Linkgroup, mit Bernd Kasemir, Managing Partner von Sustainserv, sowie Silke Stremlau, Geschäftsführerin des Think Tanks Finance for Transition, darüber, was ESG-Reporting heute wirklich leisten muss.
«Das Thema [ESG] bleibt. Vielleicht nicht mehr ganz so laut und sexy. Sondern es wird ganz einfach normale Business-Praxis.»
Silke Stremlau
«Unternehmen, die nichts haben, denen würden man empfehlen in Ruhe eine Wesentlichkeitsanalyse zu erstellen und eine Liste der Themen zu bestimmen, die wirklich wichtig sind für das Unternehmen selber.»
Bernd Kasemir
Ein zentrales Thema im Podcast ist die Verunsicherung, insbesondere bei KMU. Während grosse Unternehmen trotz Verschiebungen weiter an ihren Nachhaltigkeitsstrukturen arbeiten, warten viele kleinere ab. Genau hier liegt jedoch ein Risiko: Wer jetzt nicht beginnt, Wesentlichkeit, Datenstrukturen und Prozesse aufzubauen, wird später unter Zeit- und Kostendruck geraten. Die überarbeiteten ESRS setzen stärker auf Wesentlichkeit und geben Unternehmen mehr Flexibilität. Statt starre Checklisten abzuarbeiten, sollen Auswirkungen, Risiken und Chancen im Zentrum stehen. Also das, was für Geschäftsmodell, Investoren und Stakeholder wirklich relevant ist. ESG-Reporting wird damit noch stärker zu einem strategischen Steuerungsinstrument. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Rolle des Finanzmarkts. Banken, Investoren und Versicherungen nutzen ESG-Daten zunehmend für Risikoanalysen und Finanzierungsentscheide. Fehlende oder schwache Nachhaltigkeitsinformationen können künftig den Zugang zu Kapital erschweren. Gute Transparenz hingegen Wettbewerbsvorteile schaffen. Trotz politischem Gegenwind und einem gewissen ESG-Backlash bleibt die inhaltliche Realität bestehen: Klima-, Sozial- und Governance-Themen verschwinden nicht, sondern normalisieren sich als Teil guter Unternehmensführung. Entscheidend ist zudem die Verbindung von Reporting und Kommunikation. Daten allein schaffen keinen Mehrwert. Erst durch eine gekonnte Einordnung, stringente Narrative und aktive Nutzung in Investorengesprächen, Strategieprozessen und Marktkommunikation entfalten sie Wirkung.
Hier geht es zur ersten Folge des Podcasts Berichtenswert direkt via Website oder auf allen gängigen Podcast-Kanälen.
Zudem haben wir hier aus dem Podcast Praxistipps für Unternehmen zum Download zusammengefasst.

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